Nachtwächter

Der Nachtwächter

Mauthausen bei Nacht
Mauthausen bei Nacht
Nachtwächter
Nachtwächter Franz Hiesmayr

Der Nachtwächter hatte die Aufgabe, nachts durch die Straßen und Gassen der Stadt zu gehen, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er warnte die schlafenden Bürger vor Feuer, Feinden und Dieben, und häufig hatte er auch die Stunden anzusagen. Auch hatte der Nachtwächter das Recht, verdächtige Personen anzuhalten, zu befragen und notfalls zu verhaften.

Aber obwohl er eine wichtige Tätigkeit in der Stadt ausübte, gehörte der Nachtwächter (wie zum Beispiel auch der Henker) zu den „unehrlichen Berufen“, er war gesellschaftlich nicht angesehen und keinem Stand angehörig. Er lebte daher in sehr bescheidenen Verhältnissen. 

Zur typischen Ausrüstung eines Nachtwächters gehörten eine Hellebarde, eine Laterne und ein Horn. 

Im Donaumarkt Mauthausen sorgte schon im Jahre 1658 ein Nachtwächter für Ruhe und Ordnung. Der letzte Nachtwächter verrichtete hier nachweislich bis 1914 seinen Dienst. 

In vielen Städten wird die alte Zunft des Nachtwächters für touristische Zwecken wiederbelebt. Auch in Mauthausen gibt es seit einigen Jahren wieder Nachtwächter. Gerne zeigen sie im Rahmen von Ortsrundgängen den Besuchern die Sehenswürdigkeiten des Ortes und erzählen aus der Geschichte des alten Donaumarktes.

Auf diese Weise führt der Heimat- und Museumsverein Schloss Pragstein die alte Tradition des Nachtwächters fort.